Letzten Freitag waren wir vom Verein aus im UCI Kinocenter in Hürth. Invictus stand auf dem Programm. Der neue Film von Clint Eastwood handelt von Nelson Mandela und der Rugby-WM 1995 in Südafrika. Quasi ein Muss für jeden Rugbyfan.
Der Film war handwerklich sehr gut gemacht, so wie man es von Clint Eastwood mittlerweile wohl erwarten kann, mit einigen sehr emotionalen Momenten. Zumindest Morgan Freeman hat sich seine Oscar-Nominierung definitiv verdient.
Eines ist der Film aber sicherlich nicht: Ein Rugbyfilm. Leider. Denn so wie viele andere, hatte ich darauf gehofft, dass endlich einmal ein Film in den deutschen Kinos läuft, der den besten Sport der Welt zu würdigen weiß.
Um ehrlich zu sein. Hätte Südafrika damals die Kricket-WM unter ähnlichen Rahmenbedingungen gewonnen, hätte der Film genauso funktioniert. Entscheidend für das Funktionieren des Films war die „Überwindung“ der Rassentrennung, durch welchen Sport sie funktioniert ist Nebensache.
Auch die Darstellung der Nationalmannschaft ist nicht durchweg positiv. Gleiches gilt für die Spielszenen im Film. Ich persönlich glaube nicht, dass sie besonders viele bisher Unbedarfte für den Rugbysport begeistern werden. Im Gegenteil, sie haben das Potential, das ein oder andere Vorurteil noch zu verstärken.
Dennoch war es ein tolles Erlebnis, den Film mit gut 30 Leuten gemeinsam zu sehen. Dank der vielen Jugendspieler war es fast schon ein “Familien”ausflug. Die Highlights der Rugby-WM 1995 war meine allererste VHS-Videokassette, mit der ich mich mit dem Rugbyvirus infizierte, noch bevor ich das erste Mal selbst auf dem Platz stand. Bei einigen Szenen fühlte ich mich wehmütig an diese Zeiten erinnert.

"Familien"ausflug der Rugbyabteilung des Brühler TV
Natürlich haben wir den Film auch für ein bisschen Werbung genutzt. So gut es eben ging. Allerdings braucht es an einem Freitagabend in einem gut besuchten Multiplex-Kino schon etwas mehr als 30 Enthusiasten in Rugbyklamotten und einer Handvoll Flyer (die wir nach langen Verhandlungen mit der UCI-Verwaltung kostenlos verteilen durften. Hierfür noch einmal vielen Dank!) um wirklich die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu erlangen.
Aber wir haben unser Bestes getan, und wenn in den nächsten Wochen der ein oder andere beim Training vorbeischaut und womöglich auch noch hängen bleibt, wäre das für einen kleinen Verein wie Brühl bereits ein Erfolg.