Mein Schweinehund und ich, wir kennen uns schon eine ganze Weile. Eigentlich verstehen wir uns ganz gut, aber in letzter Zeit macht er mir mal wieder ganz schön zu schaffen. Seit meiner HNO-OP im November kriege ich sportlich keinen Fuß mehr auf den Boden und schaffe es einfach nicht zum Training.
Dabei war ich bis Oktober wieder ganz gut drin. Doch je älter man wird, desto schwieriger ist das ja mit dem regelmäßigen Training. Schließlich hat man nicht nur Schule, Ausbildung oder Studium, die mit dem Sport unter einen Hut gebracht werden wollen. Klappt natürlich alles, aber wehe das Zeitmanagement kommt einmal durcheinander. Und dann auch noch im Winter bei Kälte und Dunkelheit. Da entwickelt das Sofa magische Kräfte.
Es heißt zwar Golden Oldies brauchen gar kein Training mehr, weil sie Kraft des Alters und der Weisheit bereits gut genug sind, aber meine Knochen sagen mir das Gegenteil. Vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig. Schließlich ist die OP gerade einmal einen Monat her. Und der Arzt hat gesagt, so lange noch Blut im Rotz ist soll ich es eh lassen.
Ich will ja auch nicht rumjammern. Ich will es nur mal gesagt bzw. geschrieben haben. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid.
Es ist ja auch nicht so, dass ich überhaupt nichts mache. Wie jeder anständige Mann über 35 absolviere ich meine regelmäßigen Übungen gegen den drohenden Bauch und die Wehwehchen des Alltags. Vorgestern habe ich sogar den während des Sommers verstaubten Crosstrainer reaktiviert.
Aber mich abends um Viertel vor Acht noch einmal ins Auto schwingen und nach Brühl zum Training fahren ist mir einfach zuviel.
Jetzt hat mich sowieso erst einmal die Winterpause gerettet, und im Januar, ausgerüstet mit den besten Guten Vorsätzen der Welt, fällt mir alles schon viel leichter.