Montagabend, höchste Zeit für den obligatorischen Blogeintrag der letzten Woche. Das naheliegende Thema ist natürlich das „große Spiel“ – unser Lokalderby gegen den ehemaligen Spieltagspartner RC Hürth. Viel war im Vorfeld geredet und geschrieben worden, das Spiel bereits mehrfach gewonnen und verloren.
Und so wartete am Samstag alles gespannt darauf, mit welcher Mannschaft Hürth denn nun auflaufen würde. Als erster traf Frank Schulte in seiner schmucken Geburtstagsjacke ein, sogar früher als so mancher Brühler Spieler (inklusive mir). Der Rest des Teams ließ nicht lange auf sich warten und war ähnlich heiß auf den Ankick wie die Brühler 15. Auch Freund Günther hatte sich vom schäbigsten Rugbyplatz Deutschlands nicht schrecken lassen. Es zeigte sich schnell, dass es gegen Hürth ein Kräftemessen auf Augenhöge geben würde.
So war es dann auch. Das Spiel verlief über weite Strecken sehr ausgeglichen. Beide Teams verteidigten souverän und vereitelten die Angriffe des Gegners. Am Ende erwies sich Hürth als das cleverere Team, dem ein einziger gesetzter Strafkick genügte, um die Begegnung verdient mit 3:0 für sich zu entscheiden. Ohne ein beherztes Tackling von Forrest, der Günther nach einem gelungenen Durchbruch durch die Brühler Verteidigung stoppte, hätte es allerdings am Ende auch 8:0 stehen können. Auf der anderen Seite kam dann noch ein wenig Brühler Pech hinzu, als Schiedsrichter Abe Slabber den einzigen Versuch des Spiels durch Markus Arendt nicht anerkannte (nein, das ist kein Vorwurf an den Schiri. Ich war ja nicht dabei).
Ohne die Leistung der Hürther schmälern zu wollen, hat Brühl aus meiner subjektiven Sicht diesmal aber vor allem gegen sich selbst verloren. Trotz einer vermeintlich stärkeren Startformation gegenüber dem letzten Spiel in Düsseldorf agierte das Team in der Offensive deutlich schwächer und unkonzentriert. Vielleicht als Folge der eigenen hohen Erwartungen?
In der ersten Halbzeit verschenkte die Mannschaft zwei Gelegenheiten durch Strafkicks zu punkten, weil man stattdessen unbedingt ins Hürther Malfeld wollte, sich aber in der Abwehr festlief und dort auch die Bälle verlor. Wichtige Punkte, die am Ende fehlten.
In der zweiten Hälfte mehrten sich die Handlingfehler der Brühler Mannschaft und machten mehrere erfolgsversprechende Aktionen zunichte. Doch erst das Anlaufen der Brühler Spieler beim Hürther Strafkick auf die Malstangen ermöglichte den Panthern die Wiederholung des erfolglosen Kicks und die drei notwendigen Punkte zum Sieg, welche von Brühl in der restlichen Spielzeit nicht mehr aufgeholt werden konnten.
Das einzig „Positive“ an dieser Niederlage: Ich kann nichts dafür. Denn ich habe diesmal gar nicht gespielt und konnte das Spiel von der Seitenlinie miterleben. Deshalb kann ich mit weißer Weste und gutem Gewissen den Finger in die vermeintliche Wunde legen. Nichtspielen muss ja auch seine Vorteile haben, oder?
Vielleicht hat das lange Stehen im Regen auch mein Urteilsvermögen getrübt und alles war ganz anders. Kann man ja nie so genau sagen
Eines steht jedenfalls fest: Am 7. März 2010 gibt es die Chance zur Revanche. Dann besuchen wir Günther zuhause auf dem Kendenicher Luxusrasen und werden uns den zweiten Sieg gegen Hürth in der Vereinsgeschichte holen.