Am letzten Wochenende hat der Rugbyclub Hürth, langjähriger Spielgemeinschaftspartner von Brühl, seine 1. Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus der Regionalliga NRW zurückgezogen hat. Jetzt also doch.
Sicher, nachdem Hürth plötzlich sogar ein zweites Team in der Verbandsliga gemeldet hatte, war ein wenig Schadenfreude dabei, als bereits das Auftaktspiel in der Regionalliga wegen Spielermangels abgesagt werden musste. Dennoch hätte ich nicht erwartet, dass Hürth die Auflösung der Spielgemeinschaft soviel härter treffen würde. Dafür sind die Rahmenbedingungen des Vereins eigentlich viel zu gut.
Wirklich überraschend ist es andererseits nicht. Schon als Spielgemeinschaft rangierte das Team in der unteren Tabellenhälfte. Ohne Brühler Unterstützung wurden die letzten Partien der abgelaufenen Saison alle verloren.
Ein frühzeitiger Rückzug und Neuanfang wäre sicherlich ehrlicher gewesen. Zumal mit dem Army-Team der “Münster Marauders” ein spielstarker Ersatz für die Regionalliga bereit stand. Dass sie es dennoch bis zuletzt versucht haben, kann man ihnen nicht verübeln. Das hätten definitiv die meisten Vereine so gemacht.
Jetzt heißt es Daumen drücken. Ich war zwar nie ein Befürworter der Spielgemeinschaft, und auch nicht gerade ein Freund des RC Hürth, aber Rugby in Nordrhein-Westfalen ist für mich ohne Hürth nicht denkbar. Sie gehören zu NRW dazu, so lange ich Rugby spiele. Und so soll es auch bleiben.
Ich hoffe, dass die Jungs für ihr erstes Spiel am nächsten Wochenende eine schlagkräftige Truppe zusammen bekommen, und Köln und Bonn zeigen, dass mit den Panthern auch weiterhin zu rechnen ist.
Ein Gutes hat die Sache aus meiner Sicht wenigstens: Freund Günther wird beim Verbandsliga-Spiel am 24. Oktober viel früher das Vergnügen haben auf dem “schäbigsten Platz Deutschlands” aufzulaufen, als wir alle vor Saisonbeginn gedacht haben.
Falls er noch dabei ist.