Letzten Samstagabend bin ich gemeinsam mit meiner Frau mit der KVB ins Städtchen gefahren. In der Bahn traf ich Günther, einen Spieler unseres Spielgemeinschaftspartners und ehemaligen Lokalrivalen RC Hürth, mit seiner Freundin.
Wir haben im Frühjahr mal zufällig eine Halbzeit zusammen gespielt und bisher noch nie ein Wort miteinander gesprochen, weshalb wir uns beim Einsteigen zwar erkannten, aber dennoch einvernehmlich und konsequent ignorierten.
Doch kurz vor der Haltestelle „Brühl-Badorf” erhob Günther seine Stimme (Ich will ihm nichts Böses, vielleicht spricht der Junge ja auch immer so laut?): „Weißt du, was da hinter den Bäumen ist?” fragte er seine Freundin, und lautstärkebedingt direkt auch alle anderen Fahrgäste im näheren Umfeld.
Die Antwort schob er praktischerweise sofort hinterher: „Der schäbigste Rugbyplatz Deutschlands. Da würde ich niemals spielen!” Den Rest konnte ich leider nicht mehr verstehen, da er die Stimme nach Verkünden der Kernaussage wieder dämpfte.
Zumindest den zweiten Teil seiner Aussage kann ich vorbehaltlos bestätigen. Denn bei den Verbandsligaheimspielen unserer Spielgemeinschaft hat er sich meines Wissens bisher nicht blicken lassen. Wobei ich mich allerdings jetzt schon sehr darauf freue, wenn Günther uns eines Tages wieder als Gegner besuchen wird. Dann erinnere ich ihn mit Freuden an diesen einen Satz. Ob er dann nur zuschaut?
Aber der schäbigste Platz Deutschlands? Sicherlich hat Brühl seit mehr als 20 Jahren mit marodierenden Maulwürfen, trinkenden
Teenagern (siehe Bild) und einer widerspenstigen Stadtverwaltung zu kämpfen, was sich sicherlich auch an der Platzqualität ablesen lässt.
Aber uns deshalb direkt den ehrenvollen Titel des „schäbigsten Rugbyplatzes” zuzusprechen, ohne der Konkurrenz die Chance zum fairen Wettstreit zu geben, ist nun wirklich nicht nett. Auch nicht von Günther.
Wettbewerb
Deshalb fordere ich hiermit alle Rugbyvereine, die glauben mehr Anspruch auf den Titel zu haben, auf, sich zu bewerben. Schickt mir Fotos eures Platzes und ein paar ergänzende Zeilen, warum gerade ihr den Titel bekommen solltet. Anschließend können die BLOG-Besucher hier auf der Seite abstimmen, wer der rechtmäßige Sieger ist. Den Einsendeschluss lege ich jetzt mal spontan auf Ende August.
Dem Gewinner des Wettbewerbs winkt neben dem Titel „Schäbigster Rugbyplatz Deutschlands 2009″ eine stilvolle Ehrenurkunde, unterzeichnet von mir und meinem Freund Günther. Diese könnt ihr hervorragend zur Eigenwerbung nutzen („If you can make it here, you´ll make it anywhere…”), oder aber, um eurem örtichen Grünflächenamt ein wenig Feuer unter dem Hintern zu machen.
Also haut in die Tasten. Ich warte gespannt auf eure Bewerbungen.